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Der Ort Erfweiler im Lauf der Geschichte

Aller Wahrscheinlichkeit wurde Erfweiler bereits im 7. oder 8. Jahrhundert gegründet. Die Bedeutung des Wortes "Erf"ist nicht ganz klar und kann von dem Vornamen "Erfo"oder vom Wort "erben" kommen. "Weiler" geht auf das lateinische Wort "villa" für Haus zurück.
Burg Altdahn Erfweiler stand in enger Beziehung zu den Grafen der nahe gelegenen Dahner Schösser. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet man im Jahre 1353, als "Erfweiler Hof" genannt, als es zu Streitigkeiten zwischen den Brüdern Christof, Heinrich und Bernhard von Tann gekommen war. Zugehörig zum Hochstift Speyer war die überwiegende Mehrzahl der Einwohner Erfweilers katholischen Glaubens. Nur in den Jahren von 1556 bis 1603 war der Glaube gemeinsam mit der Alt-Taner Linie protestantisch. Info über die Dahner Burgen.
 Burg Alt-Dahn, Dahn im Hintergrund

In den Wirren des schrecklichen 30 jährigen Krieges 1618-1648 wurde Erfweiler zeitweise vollständig entvölkert. Nach einem Bericht gab es 1635 keinen Einwohner mehr und der Ort war unbewohnt. Im Anschluss an diesen Krieg ließ der Landesfürst Leute aus Wallonien, Tirol, Lothringen und anderen Gegenden hier ansiedeln. Während des französisch-pfälzischen Erbfolgekrieges, bei dem Städte wie Speyer und Heidelberg und auch die Burg Altdahn zerstört wurden, wurde der Landstrich noch einmal durch den französischen General Melac gebrandschatzt.
Ab 1697 besaß der französische König Hohheitsrechte bis an die Lauter. Während der französischen Revolution wurde dann die ganze Südpfalz französisch. Der Code Napoléon und die neuen Bürgerrechte hatten hier bereits Gültigkeit, als in anderen Teilen Deutschlands noch Feudalherren regierten. Seit 1793 gibt es eigene Standesurkunden und nicht nur Einträge in Kirchenbüchern. Durch den Wiener Kongress wurde die Pfalz 1816 dem Königreich Bayern zugeschlagen.
In dem "Geographisch-Statistisches Handbuch von Rheinbaiern" aus dem Jahre 1828 steht über das "Land=Commissariat Pirmasens" geschrieben: "Das Land=Commissariat grenzt an Frankreich, und enthält die Kantone Pirmasens, Dahn und Waldfischbach. Der Boden ist meist bergig und waldig, daher nur in wenigen Gemeinden fruchtbar. Der Hauptreichtum besteht in Holz. Die Viehzucht wird hauptsächlich durch die vielen Wiesen und Triften begünstigt. Besonders werden im Kanton Pirmasens gute Pferde, im Kanton Waldfischbach aber viele Schafe und Schweine gezogen. Auch findet man ein Bleibergwerk im Kanton Dahn."
Über den Ort Erfweiler kann man lesen: "Erfweiler, eigentlich Ober-Erfweiler, Dorf, mit dem dazugehörigen Weiler Nieder-Erfweiler; hat 516 katholische und 4 protestantische Einwohner. Es war bischöflich-speyerisch."

Über die Beteiligung von Erfweiler an den revolutionären Ereignissen 1832 und 1848 ist wenig bekannt. In jener Zeit wanderten jedoch Familien nach Polen oder Amerika aus. Seit 1945 gehört Erfweiler zu dem neuen Bundesland Rheinland-Pfalz.

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Kirche und Schule

Kirche 1903In Erfweiler gab es recht früh eine eigene Kapelle, da schon 1585 eine St. Wolfgang Kapell-Bruderschaft erwähnt wird. Nach Überlieferung stand eine hölzerne Kapelle "an den Kohlplätzen", am nördlichen Ortsausgang Richtung Winterberg. Nach Eintrag in der Dahner Pfarrchronik war diese Kapelle schon 1739 verfallen. Im Jahre 1742 erbauten die Einwohner eine neue Kirche St. Wolfgang im Oberdorf, dessen Platz heute durch ein Kreuz markiert ist. Mit einer Größe von nur 50 m² war sie in den Jahren für die steigende Einwohnerzahl zu klein geworden. Deshalb baute man im Jahre 1899 die jetzige neue Kirche im Mitteldorf.

Bild alte Kirche von 1742, abgerissen 1903
mehr auf der Seite Geschichte der Kirche


Bis 1750 mussten die Kinder zur Schule nach Dahn gehen. Danach diente das 1830 erweiterte Lehrershaus im Mitteldorf bis 1880 als Schulhaus. Im Jahr 1880 wurde das erste richtige Schulhaus im Mitteldorf gebaut, welches heute als Mehrzweckgebäude dient. Im Jahre 1958 erhielt Erfweiler eine neue Schule, die seit Mitte der 80er Jahre als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird. Heute gehen die Kinder wieder nach Dahn zur Schule.
mehr auf der Seite Geschichte der Schule

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Arbeit

Sicherlich ernährten sich die früheren Einwohner von der Landwirtschaft, Jagd, Köhlerei und Waldarbeit. Belegt sind mindestens 4 Wooge in und um Erfweiler, die als Fischweiher genutzt wurden. Seitdem die Bahnlinie Zweibrücken-Landau eröffnet war (1875) und ab 1891 auf der Wieslauterstrecke zwischen Hinterweidenthal und Bundenthal Züge verkehrten, setzte ein Strukturwechsel ein. Die Schuhindustrie benötigte mehr und mehr Arbeitskräfte und man wandte sich der Fabrikarbeit zu. Die Landwirtschaft wurde zur Nebenbeschäftigung. Im Ort gab es kleinere Produktions- und Zulieferbetriebe. Viele Menschen arbeiteten in benachbarten Orten wie z.B. in Hauenstein in den Schuhfabriken. Viele Menschen erreichten ihre Arbeitsstelle täglich nur durch einen Fussmarsch über den Winterberg. Die Schuhindustrie, die viele Menschen jahrzentelang ernährte, ist allerdings seit Mitte der 1970iger Jahre nahezu verschwunden. Ebenso verschwunden sind Landwirtschaftsbetriebe und damit verbundene Handwerksberufe wie Wagner oder Schmied. Heute fahren die meisten zur Arbeit z.B. nach Pirmasens, Landau oder Karlsruhe.

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Kriege

1813 sollen 2 Erfweiler Bürger am Russlandfeldzug Napoleons teilgenommen haben und umgekommen sein. Der Krieg 1870/1871 forderte keine Opfer. In der Folge des 1. Weltkrieg kamen 25 Personen ums Leben. Der 2. Weltkrieg forderte sogar 57 Opfer. Im September 1939 musste der Ort vollständig geräumt werden, da er zur roten Zone, dem erwarteten Kampfgebiet an der französischen Grenze gehörte. Die Bewohner verbrachten fast 9 Monate in anderen Orten Süddeutschlands und durften erst im April 1940 wieder zurückkehren. Schäden entstanden während der Kriege im Ort fast nicht.

vgl. Seite Kriegstote

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Ober- und Unterdorf

Historisch bestand der Ort aus Ober- und Unter-Erfweiler. Zwischen den Ortsteilen befand sich der Dorfwoog. Beide Ortsteile bekamen 1826 je eine neue Brücke über den Eibach. Erst in den letzten 50 Jahren sind beide Ortsteile richtig zusammengewachsen. Die neue Schule wurde 1879 im Mitteldorf und 1899 die neue Kirche gleich daneben gebaut. Der Friedhof lag damals ebenfalls im Mitteldorf. Der Friedhof wurde 1828 vergößert, 1892 jedoch geschlossen und unter den Höbelsfelsen verlegt. Erst 1920 kam elektrisches Licht nach Erfweiler. 1928 wurde anstelle von Laufbrunnen eine Wasserleitung mit Hochbehälter gebaut. Heute befindet sich in der Mitte des Ortes der Belmont-Platz, so getauft nach dem Namen der französischen Partnergemeinde. Neue Baugebiete haben den Ort nach Osten (Hohlweg/ Wiesenstraße) und mit dem neuen Baugebiet "Große Äcker" nach Süden wachsen lassen.

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Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Familien Jahr Einwohner
1701 8 1808 380
1749 174 1837 491
1750 83 1900 550
1764 251 1960 1000
1767 278 2000 1250

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